Schon seit 550 Jahren aktiv

 

Rheinkassel –Die Hubertus-Schützen von Rheinkassel, Langel und Kasselberg feiern in diesem Jahr das 550-jährige Bestehen, seit 1468 sind sie aktiv. Damit sind sie die drittälteste Schützenbruderschaft in Köln. Noch älter sind nur noch die Mülheimer Sebastianus-Schützen – sie können eine auf den 20. Januar 1435 datierte Gründungsurkunde vorweisen –, und die Deutzer Schützen. Deren Wirken lässt sich auf das Jahr 1463 zurückverfolgen. Um das historische Datum zu würdigen, veranstalteten die Rheinkasseler Schützen nun einen Festempfang im Pfarrsaal St. Amandus. Zahlreiche Gäste waren erschienen, die zehn Schützenbruderschaften, die im Bezirksverband Köln-Nord zusammengeschlossen sind, hatten Abordnungen geschickt, auch Lokalpolitiker wie Ratsmitglied Birgitta Nesseler-Komp (CDU) kamen. Reinhard Zöllner, Bezirksbürgermeister von Chorweiler, sprach ein Grußwort und Serap Güler, Staatssekretärin für Integration in der NRW-Landesregierung, überreichte die Ehrenplakette des Landes für Schützenvereine.

Der Festakt diente zugleich einem sozialen Zweck – der Erlös der Tombola ging an das in Chorweiler-Mitte ansässige Straßenkinderprojekt „Kindernöte“. Björn Heuser gestaltete das musikalische Programm. Anfang Juli werden die Feierlichkeiten fortgesetzt, vom 6. bis 9. Juli findet das Schützenfest statt. Es treten die Bands Miljö, Kasalla und Cat Ballou auf. Die Hubertus-Bruderschaft hat derzeit rund 60 aktive Mitglieder – sie tragen Uniform und beteiligen sich an Wettbewerben. Darüber hinaus gibt es rund 100 Fördermitglieder. (kaw)

4 FRAGEN AN: VITO SPALLUTO

Der ehrenamtliche Geschäftsführer zur Historie des Vereins

Sie sind der ehrenamtliche Geschäftsführer der Rheinkasseler Hubertus-Schützen, die ihr Gründungsdatum mit 1468 angeben. Findet sich dazu eine historische Quelle?

Es gibt einen Eintrag im Kirchenbuch von 1468 der Pfarrei Langenfeld-Reusrath, dass in Rheinkassel eine Betbruderschaft gegründet wurde. Darauf führen wir uns zurück. Betbruderschaften sind die historischen Vorläufer der Schützenbruderschaften. Herausgefunden hat das in den 1960er Jahren unser 1975 verstorbener Ehrenbrudermeister Michael Reiff, er hat damals die Geschichte unserer Bruderschaft intensiv erforscht.

Wie stark verankert sind die Hubertus-Schützen im Ort?

Die meisten leben in einem der drei Rheindörfer Langel, Rheinkassel und Kasselberg. Wir haben aber ähnliche Nachwuchsprobleme wie alle Schützenbruderschaften in Köln, hier ist das Schützenwesen leider längst nicht so lebendig wie im Münsterland oder am Niederrhein. In Köln gibt es zuviel Konkurrenz, zum Beispiel durch die Karnevalsvereine. Umso froher bin ich, dass wir immerhin sechs Nachwuchsschützen haben, der jüngste ist sechs Jahre alt.

Wie kamen Sie zur Bruderschaft?

Mein Vater kam in den 70er Jahren als Gastarbeiter aus Italien. Nach zig Umzügen innerhalb Kölns sind meine Eltern in Rheinkassel heimisch geworden, mein Vater trat den Schützen bei. Als meine Mutter mich zu einem Schützenfest mitnahm, fand ich daran Gefallen.

Das allgemeine Motto der historischen Schützenbruderschaften lautet „Für Glaube, Sitte, Heimat“. Hat das heute noch Aktualität?

Den Leitsatz versuchen wir auf moderne Weise zu leben. Heimat bedeutet zum Beispiel, dass man sich für die eigene Ortschaft einsetzt. Wir fühlen uns auch nach wie vor den christlichen Werten verpflichtet.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE KARINE WALDSCHMIDT – Quelle: https://www.ksta.de/30416080 ©2018