Laufen und Schießen auch ohne Schnee

Start mit Hund: Sechs Mannschaften nahmen am zweiten Biathlon der Dünnwalder Schützen teil. Foto: Uwe Schäfer

 

Dünnwald – Biathlon im Sommer, im Grünen und für alle. Die St. Sebastianus Schützen Dünnwald veranstalteten zum zweiten Mal diese vornehmlich im Winter ausgetragene Sportart.

Sechs Staffeln zu je vier Teilnehmern traten an, vor dem ersten und dem zweiten Schießen mit dem Luftgewehr je eine etwa 1,5 Kilometer lange Runde durch den Wald zu laufen.

„Den Lauf haben wir 2017 im Rahmen der 900-Jahrfeier Dünnwalds veranstaltet und nun wollen wir ihn als festen Bestandteil unseres Jahresprogramms verankern“, erklärte Siegfried Cordt vom Vorstand der Schützenbruderschaft. Um es den Teilnehmer nicht allzu einfach zu machen, hatten die Schützen eine winzige Schwierigkeit in den Ablauf eingebaut. Cordt: „Beim ersten Schießen durften die Teilnehmer noch sitzen – was das Zielen vereinfacht.“ Nach der ersten Laufrunde mussten die Schützen dann stehend treffen. Die Zielgenauigkeit sei dann weniger gut.

Mitglieder verschiedener Abteilungen des Dünnwalder Turnvereins, des Stammtischs Dünnwalder Hunnenhorde, der Wirtskampsjunge und des Dünnwalder Skiclubs bildeten die Mannschaften, die sich fantasievolle Namen wie „Ballermänner“, „Chaos Gäng“ oder „Ossbusters“ gaben.

Zum fehlenden Schnee und der Tatsache, dass gelaufen wurde statt auf Skiern unterwegs zu sein, sagte Martin Butterweck vom Dünnwalder Skiclub von 1895: „Das hält uns nicht davon ab mitzumachen.“

Er und seine Mitstreiter seien daran gewöhnt, dass Schnee in Köln und Umgebung eher selten in ausreichender Menge für seinen Sport vorhanden sei. Doch: „Wir laufen schon Ski, wenn die Schneehöhe nur fünf Zentimeter beträgt.“ Und das sei im Wald um den Stadtteil im Winter öfter der Fall – wenn auch nur tageweise oder gar nur für wenige Stunden. Martin Butterweck: „Dann nutzen wir jede Minute, um Ski zu fahren.“

Beim Sommer-Biathlon der Schützen hat der Mannschaft Butterwecks die Ski-Erfahrung allerdings nicht viel geholfen. Zu Fuß belegten sie den fünften Rang.

Sieger des Dünnwalder Biathlons 2018 wurde die Staffel der „Ballermänner“.

Der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff bedeutet Zweikampf. Die Ursprünge des Biathlons gehen auf das Militär zurück: In Norwegen gab es im 16. Jahrhundert sogenannte Skiregimente die ab 1710 mit Büchsen (Jagdgewehren) ausgerüstet wurden. Ab 1910 wurden im Schwarzwald erstmals sportliche Wettkämpfe veranstaltet. Mittlerweile gibt es auch im Rheinland einige Vereine, die im Sommer mit Skates und Lasergewehren aktiv sind. (red)

– Quelle: https://www.ksta.de/30150480 ©2018